Zum Internationalen Frauentag am 8. März



Bundesarchiv Bild 183-91292-0001, Berlin, Internationaler Frauentag, Festveranstaltung(rn 07.03.2012) Der Internationale Frauen- tag geht auf einen Vorschlag von Clara Zetkin und Käte Duncker zurück, den sie auf dem Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz, der am 27. August 1910 in Kopenhagen stattfand, einbrachten. Die Konferenz nahm den Vorschlag an und faßte den Beschluß, jährlich einen Frauentag zu organisieren und verband diesen Beschluß ausdrücklich mit dem Kampf der Klassenorganisationen der Werktätigen, um zu dokumentieren, daß der Kampf und Befreiung der Frauen von Ausbeutung, Unterdrückung und gesellschaft- licher Diskriminierung nicht nur Sache der Frauen, sondern der ganzen sozialistischen Bewegung ist.

Der erste offizielle Frauentag fand am 19. März 1911 statt. Nachdem zunächst kein einheitliches Datum für den Frauentag festgesetzt war, hatten die revolutionären Ereignisse 1917 in Rußland großen Einfluß auf den Frauentag. Während die verräterische SPD-Führung in Deutschland während des I. Weltkrieges bemüht war, im Rahmen ihrer Burgfriedenspolitik mit dem imperialistischen Kaiserreich, die Antikriegsproteste im Rahmen des Frauentages zu unterdrücken, kam es im russischen St. Petersburg am 8. März (23. Februar nach russischem Kalender) zu Massenstreiks von Arbeiterinnen gegen den Krieg und trugen damit zu den revolutionären Februarereignissen 1917 bei, die schließlich mit der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution im gleichen Jahr zur Gründung des ersten sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaates in der Welt führten. Im Gedenken an diesem 8. März 1917 wurde 1921 der 8. März als fester Termin für den Internationalen Frauentag beschlossen.

Auch in der DDR wurde der 8. März in Würdigung der Leistungen der Frauen in der sozialistischen Gesellschaft und in Solidarität mit den um ihre soziale Befreiung kämpfenden Frauen in der Welt gefeiert. In der sozialistischen DDR war die Gleichberechtigung der Frau nicht nur auf dem Papier Verfassungsrecht. Die Befreiung der Bürger der DDR von kapitalistischer Ausbeutung und Unterdrückung ermöglichte es insbesondere auch den Frauen in der DDR, die in der kapitalistischen Gesellschaft fortbestehende mehrfache Unterdrückung und Benachteiligung der Frau in Beruf und Familie, in allen gesellschaftlichen Bereichen, zu überwinden und ein selbstbestimmtes und selbstbewußtes Leben zu führen. Auch wenn in der historisch kurzen Existenz der DDR nicht alle Nachteile für die Frauen, die noch aus der kapitalistischen Zeit nachwirkten (so waren auch in der DDR die Frauen in Führungspositionen noch in der Minderheit), so war ihre Emanzipation auf allen gesellschaftlichen Feldern der Entwicklung in der kapitalistischen Welt weit voraus. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit war eine Selbstverständlichkeit. Beruf und Familie waren in der DDR kein  Gegensatz, kein Hemmnis für die Frauen, dank umfangreicher staatlicher Unterstützungen und der umfassenden Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder. Das selbstverständliche Recht auf Arbeit trug maßgeblich zu einem neuem, selbstbewußten Selbstverständnis der Frauen in der DDR bei.

Die konterrevolutionäre Zerschlagung der DDR 1989/90 warf die Frauen in der DDR eine ganze historische Epoche zurück in den Kapitalismus, wo nun wieder den -  in der DDR bereits  überwundenen -  Benachteiligungen der kapitalistischen Gesellschaft ausgesetzt sind. Die „gleichen Rechte“, sind in der Bundesrepublik das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Frauen sind in der Realität beruflich benachteiligt, werden schlechter bezahlt, sexistisch als Ware behandelt, sie werden in die alte „Rollenverteilung“ der Geschlechter gedrängt, die im übrigen die BRD auch zu einem ausgesprochen kinderfeindlichen Land machen.

Im Juli 1889 hielt Clara Zetkin auf dem Internationalen Arbeiterkongreß in Paris eine Rede unter dem Titel „Für die Befreiung der Frau!“. Eine Rede, die noch heute von bemerkenswerter Aktualität ist. Sie ist deshalb noch so aktuell, weil sich die Lage der Frauen trotz partieller Veränderungen grundsätzlich nicht geändert hat, weil die gesellschaftlichen Verhältnisse sich nicht grundsätzlich geändert haben. Es war und ist der Kapitalismus, der die Lage der Frauen entsprechend er ihn ihm herrschenden Klassenverhältnisse bestimmt. Die soziale und ökonomische Befreiung der Frau ist deshalb untrennbar verbunden mit der sozialen und ökonomischen Befreiung der Werktätigen insgesamt. Dieses Ziel ist deshalb notwendig und untrennbar eingebunden in den Kampf der Kommunistischen Partei insgesamt. Ihre vollständige Verwirklichung kann die Befreiung der Frau nur unter sozialistischen Verhältnissen finden. Das heißt aber nicht, diese Frage bis dahin unbeachtet zu lassen. So, wie jeder politische, soziale und ökonomische Kampf von den kommunistischen Parteien, den Gewerkschaften, den antikapitalistischen Bewegungen bereits unter kapitalistischen Bedingungen notwendig geführt werden muß, gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg, muß auch der Kampf um die Befreiung der Frau geführt werden. Er ist Teil dieser Kämpfe und Bewegungen, ohne die sich kein Klassenbewußtsein entwickeln kann, das Klassenbewußtsein, das Voraussetzung ist für den organisierten, revolutionären Kampf der Werktätigen, ohne den eine Überwindung der kapitalistischen Verhältnisse und der Aufbau einer sozialilistischen Gesellschaft nicht möglich ist.

U.L.

Foto:  Festveranstaltung zum Internationalen Frauentag in der DDR im Berliner Friedrichstadt-Palast am 7.3.1962, Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-91292-0001 / Hesse, Rudolf; Wendorf / CC-BY-SA


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